Louise Bourgeois

Veröffentlicht auf von Anni & Maike

 

s099_b04.jpgLouise Bourgeois gilt als die bedeutenste Künstlerin und Bildhauerin des 20ten Jahrhunderts. Ihre gesamte Kunst handelt von Hass, Liebe, Gewalt, Abhängigkeit und Aufbegehren innerhalb der Familie. Mit 95-jahren sagte sie: „Der schöpferische Impuls für alle meine Arbeiten ist in meiner Kindheit zu suchen“. In ihrer Kunst verarbeitet sie das gestörte Verhältnis zu ihrem dominaten Vater. Die Demütigungen, die sie durch ihn erlitt, verarbeitete sie als Kind schon in einer Art Kunst, als sie ihren Vater aus Brotkrumen formte und ihm dann alle Gliedmaßen abschnitt. 

Sie konnte ihrem Vater nie verzeihen, dass er sich das Kindermädchen als Geliebte hielt und diese mit im eigenen Haus lebte. Louise Bourgeois, die ihre Mutter sehr bewunderte und liebte konnte damit nicht umgehen. Durch eigene Gesundheitliche Angeschlagenheit konnte die Mutter sich nicht zur Wehr setzen, was in Louise Bourgeois Gefühle wie Mitleid, Scham und auch Hass ihrem Vater gegenüber auslöste. Die eigene Ohnmächtigkeit war für Louise besonders schmerzhaft. Auch die Tatsache, dass Mädchen in den Augen des Vaters nicht zählten, war dem Verhältnis der beiden nicht zuträglich

louise_bourgeois.jpgLouise löst sich von ihrem Elternhaus und beweist Mut indem sie nach New York auswandert. Dort heiratet sie und bekommt drei Söhne. 

Bis zu ihrem Tod schafft sie als Künstlerin. In ihren Werken verarbeitet sie häufig den weiblichen Körper, oft auch den männlichen und weiblichen zusammen. Sie stellt damit den Konflikt dar. Auf die Frage, ob sie Feministin sei, antwortet sie: „Wozu? Ich bin eine Frau.“

Sie engagiert sich in ihrem Leben für die Rechte der Frau, aber sie ist dem Mann gegenüber nicht feindlich eingestellt:  „Der Phallus ist Gegenstand meiner zärtlichsten Aufmerksamkeit“, sagt sie. „Es geht um Verwundbarkeit und Schutz. Schließlich habe ich mit vier Männern zusammengelebt, meinem Ehemann und drei Söhnen. Ich war ihre Beschützerin. Doch wenn ich glaube, dass ich den Phallus beschützen muss, bedeutet das nicht, dass ich mich nicht auch vor ihm fürchte.“

2069389382_43e7a0f08b.jpgDie wohl bekanntesten Werke von Louise Bourgeois zeigen die Spinne. Sie stelle ihre Mutter dar. Louise fühlt sich unter den langen Beinen der Spinne geborgen, sie bieten ihr Schutz. Der Beruf ihrer Mutter als Weberin bildet eine Verbindung zur Spinne.

 

Kommentar: Louise Bourgeois ist eine bemerkenswerte Frau und spannende Künstlerin. Sie befasst sich mit der weiblichen Wahrnehmung und ihrem Gegenpart, dem Mann.

 

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Veröffentlicht in Kunst

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